MED Leaders Umfrage: Vision 2025

Wie soll die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Deutschland aussehen?

An dieser Frage scheint das System der Selbstverwaltung (also die Organisation des Gesundheitswesens durch die Vertreter der Ärzte und Krankenkassen) zu scheitern. Interessenskonflikte der Parteien stehen Innovationen häufig im Weg. Die elektronische Patientenkarte ist ein prominentes Beispiel. Deutschland gilt als Schlusslicht in Europa bei der Umsetzung von innovativen digital-gestützten Versorgungsformen.  

Gesundheitsminister Jens Spahn greift nun durch und hat folgende Veränderungen auf den Weg gebracht: 

1.     Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

Die Versorgung soll schneller und flächendeckend besser werden. Dafür werden Ärzte und Krankenkassen in die Verantwortung genommen: 

  • Die Krankenkassen werden verpflichtet bis 2021 allen Versicherten elektronische Patientenakten anzubieten;

  • Die Kassenärztlichen Vereinigungen werden verpflichtet in unterversorgten Gebieten eigene Praxen oder mobile und telemedizinische Versorgungs-Alternativen anzubieten, wenn es zu wenig Ärzte gibt;

  • Das Verfahren zur Erprobung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden für Hersteller innovativer Medizinprodukte soll vereinfacht werden.

2.     Neuausrichtung Innovationsfonds

Der seit 2016 bestehende Fonds hat das Ziel, eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zu gewährleisten. Die ersten Ergebnisse des Fonds sind zwar durchaus positiv, aber es fehlt an Konsequenz und wirksamer Innovationskraft. Die Regierung wird daher fordernder: „Die geförderten Projekte müssen künftig bessere Antworten auf ganz konkrete Versorgungsprobleme liefern“. – so Jens Spahn. 

3.     Healthcare Innovation Hub

Der neue Co-Working-Space in Berlin soll eine Anlaufstelle für Start-ups werden. Eine renommierte Gruppe von elf Experten soll künftig neue Digital-Technologien schnell erkennen und auf ihren Nutzen für Patienten überprüfen. Die Experten sollen „High Potentials“ bei Fragen zu Vernetzung, Realisierbarkeit, Weiterentwicklung, Schnittstellen, Rechts­sicher­heit, Finanzierung und Politik unterstützen. 

Unser Fazit

Erfahrungen aus innovationsstarken Ländern wie Estland, den Niederlanden und Schweden zeigen, dass eine klare Direktive von der Politik nötig ist, um Innovationen flächendeckend umzusetzen. Damit diese Innovationen erfolgreich sein können, müssen sie jedoch von Ärzten und Kostenträgern geplant und umgesetzt werden. Mit der Kombination aus fordernder Gesetzgebung, Kapital und der Konzentration von digital-medizinischer Expertise macht Jens Spahn vieles richtig. 

Es fehlt jedoch bisher an einer klaren Vision von der Zukunft der Gesundheitsversorgung. Ohne ein gut definiertes Ziel, ist das Risiko hoch, dass gute Innovationen verschwinden, bevor sie sich in unserem Gesundheitssystem beweisen können.

Wie kann eine Vision für das deutsche Gesundheitswesen für 2025 aussehen?

Wir brauchen Ihre Meinung!

Wollen wir in Deutschland

a)     eine Outcome-fokussierte E-Health-Vision wie in Schweden,
b)     eine unternehmerische Innovations-Vision wie in den Niederlanden oder
c)     eine umfassende digitale Identitäts-Vision wie in Estland?

Die Details in unserer Umfrage: https://www.surveymonkey.com/r/D7B8BN8 (Dauer: 1 Min)

Auf die Zukunft,

Maximilian Weidl und Team

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